Langsam und bedächtig beugte er sich über den Motor. Er fragte nicht, er widersprach nicht. Er sah ihn nur an. Lange. Zu lange für einen gewöhnlichen Putzmann.
Plötzlich blieben seine Finger an einem Kabelbündel hängen.
„Wer war zuletzt hier?“, fragte er ruhig.
Der angestellte Mechaniker grinste. „Ich. Und ich sage Ihnen, er ist kaputt.“
Iwan Nikolajewitsch nickte. „Nicht der Motor. Das Signal.“
Es herrschte Stille.
Der alte Mann zog ein kleines Taschenmesser aus der Tasche, schnitt vorsichtig das Isolierband durch und legte den Stecker frei. Es war kaum sichtbare Beschädigung, leicht verschoben, als hätte ihn jemand bei der letzten Reparatur nicht richtig gedrückt.
„Hier“, sagte er. „Das Steuergerät empfängt nicht die richtigen Daten. Der Motor schützt sich selbst und schaltet sich ab.“
Der Mechaniker wurde kreidebleich. „Das … das ist unmöglich.“
Iwan Nikolajewitsch zog den Stecker ab, reinigte ihn mit einem Tuch, steckte ihn fest wieder ein und klopfte auf die Motorabdeckung, als wollte er einen alten Bekannten begrüßen.
„Versuch’s.“
Der Fahrer drehte zögernd den Schlüssel um.
Der Motor atmete kurz auf. Einmal. Zweimal. Und dann sprang er mit einem klaren, kraftvollen Geräusch an, das über den Hof hallte.
Die Rampe war totenstill.
Alexander Pawlowitsch stand mit offenem Mund da. Die Fahrer sahen sich ungläubig an. Der angestellte Mechaniker zog langsam die Hände aus den Taschen.
„Das … das war Zufall“, murmelte er.
Iwan Nikolajewitsch richtete sich auf und zog ruhig seine Handschuhe wieder an. „Nein. Das war Routine.“
„Woher wissen Sie das?“, platzte es aus dem Lagerbesitzer heraus. „Sie fegen hier doch nur!“
Der alte Mann lächelte zum ersten Mal schwach.
„Siebenunddreißig Jahre“, sagte er. „Chefingenieur im Autowerk. Lkw-Testabteilung. Bevor das Werk geschlossen wurde.“
Jemand staunte nicht schlecht.

Alexander Pawlowitsch schluckte. „Und … warum sind Sie hier?“
Iwan Nikolajewitsch nahm einen Besen. „Die Rente reicht nicht. Und Arbeit ist Arbeit.“
Der Besitzer blickte sich um, zu den Leuten, die vor wenigen Minuten noch gelacht hatten.
„Ich sagte: Repariert den Wagen, er gehört euch“, erinnerte er sich leise an seine eigenen Worte. Dann holte er tief Luft. „Stimmt.“
Iwan Nikolajewitsch schüttelte den Kopf. „Ich brauche den Wagen nicht.“
Er wandte sich dem abfahrenden Lkw zu, der gerade noch rechtzeitig von der Rampe fuhr und dessen Ladung vor dem Verderben gerettet worden war.
„Nur“, fügte er hinzu, „wenn ihr das nächste Mal darüber nachdenkt, über wen ihr lacht.“