Fortsetzung der Geschichte: Die Rache, mit der Arthur wirklich nicht gerechnet hatte

Als Arthur morgens erwachte, ahnte er nichts. Seine Frau war bereits wach, ruhig und gelassen und bereitete wie jeden Tag das Frühstück zu. Arthur bemerkte nicht einmal, dass sie ihn kein einziges Mal angesehen hatte. Für ihn war es nur ein weiterer Tag, eine weitere Lüge, ein weiterer Schritt hin zu einem Wochenende voller verbotener Romanze.

Seine Frau hatte jedoch die ganze Nacht kein Auge zugetan. Sie saß in der Küche, starrte ins Leere, und ein einziger Satz ging ihr immer wieder durch den Kopf:

„Er wollte mich nie verlassen. Er dachte nur, ich würde es nicht zuerst tun.“

Und genau das änderte sich.

Als Arthur zur Arbeit ging, wusste seine Frau bereits genau, was sie tun würde. Da war keine Wut, keine hysterische Panik – nur eine stille, feste Entscheidung, die nur dann kommt, wenn man aufhört, um Aufmerksamkeit zu betteln und anfängt, sich selbst zu schützen.

SCHRITT 1 – STILLE VORBEREITUNG

Zuerst nahm sie das Reisepaket, das sie im Auto gefunden hatte. Sie öffnete den Brief vorsichtig, las die Flugdaten, den Namen des Resorts und den Namen ihres Geliebten.

Dann tat sie etwas, woran weder Arthur noch das Mädchen gedacht hätten.

Sie rief direkt im Resort an.

„Hallo“, sagte sie ruhig. „Ich bestätige die Reservierung für Herrn Arthur und seine Begleitung. Wir müssen nur noch ein paar Details ändern.“

Die Rezeptionistin antwortete bereitwillig – warum sollte sie einer Frau misstrauen, die die genaue Reservierungsnummer und den Namen des Hauptgastes kannte?

„Selbstverständlich, Frau Artu… möchten Sie den Namen der Begleitung ändern?“

„Ja“, sagte sie bestimmt. „Und das Zimmer. Und die Zahlung.“

Die Rezeptionistin stimmte zu und passte alles genau ihren Anweisungen an. Arthur ahnte nicht, dass die gesamte Reservierung nicht mehr dieselbe war, wie er sie im Auto hinterlassen hatte.

SCHRITT 2 – DAS LETZTE GEMEINSAME FRÜHSTÜCK

Als Arthur an diesem Abend nach Hause kam, war seine Frau ungewöhnlich still.

„Bitte stören Sie mich nicht, ich packe gerade“, sagte er ihr von der Tür aus zu, doch er hatte die Veränderung in ihren Augen noch immer nicht bemerkt.

„Natürlich“, erwiderte sie gelassen. „Gute Reise.“

Der plötzliche Blick ließ ihn erstarren – nicht, weil er spürte, dass sie etwas im Schilde führte, sondern weil sie so ruhig war.

Aber er ließ es gut sein. Er konnte nur noch an das Flugzeug, den Strand und seine Geliebte denken.

SCHRITT 3 – DER FLUGHAFEN

Am Tag seiner Abreise kam er etwas früher als sonst am Flughafen an. Seine Geliebte erwartete ihn bereits am Gate, in einem engen Sommerkleid, und lächelte ihn begeistert an.

„Ich kann es nicht fassen, dass wir zusammen fliegen“, sagte sie.

Arthur lächelte selbstgefällig. „Meine Frau hat keine Ahnung.“

Doch als sie sich dem Schalter näherten, blickte der Angestellte auf den Monitor, legte den Kopf schief und überprüfte die Informationen noch einmal.

„Sir… hier ist eine Änderung. Ihre Reservierung ist bestätigt. Aber… die Begleitung…“

Er erstarrte.

„Die Begleitung ist bereits heute angekommen. Sie hat vor Ihnen eingecheckt.“

Arthur wurde kreidebleich.

„Was? Welche Begleitung? Das ist doch Unsinn. Meine Reservierung gilt für mich und…“

Der Angestellte überprüfte die Daten.

„Die Begleitung ist… Mrs. Arthur. Ihre Frau. Sie teilen sich ein Zimmer, zahlen die gleiche Rechnung und übernachten zusammen.“

Die Dame riss den Mund weit auf.

Arthur fühlte sich, als ob ihm die Knie weggeknickt wären.

SCHRITT 4 – DER MOMENT, DER IHM DIE WORTE RAUF LASSEN

„Und noch etwas“, fügte der Angestellte hinzu. „Mrs. Arthur hatte die Erlaubnis, den Rückflughafen, das Zimmer und das Datum zu ändern. Sie reisen heute ab. Sie… gestern. Und laut Reservierungsnotiz…“

Der Angestellte senkte die Stimme.

„…wünschen wir Ihnen einen angenehmen Aufenthalt.“

Die Dame wich einen Schritt zurück.

„Du bist ein verheirateter Betrüger!“, keuchte sie und rannte davon.

Arthur stand wie versteinert da, sein ganzer „perfekter Plan“ in Sekundenschnelle zu Staub zerfallen.

SCHRITT 5 – RACHE, DIE NICHT WEHT, SONDERN ABER ANGRIFFT

Als Arthur endlich nach Hause kam, fand er einen einzelnen Brief in der Küche.

Er war nicht voller Geschrei oder Vorwürfe.

Er war kurz, prägnant und direkt.

„Ich muss dich nicht bestrafen. Ich habe dich nur spüren lassen, wie es ist, getäuscht zu werden. Ich bin mit dir dorthin gegangen, wo ich hingehen sollte. Aber dieses Mal gehe ich nicht als diejenige, die an dich glaubt. Ich gehe als diejenige, die endlich an sich selbst glaubt.“

Unter dem Brief lag eine leere Eheringschachtel.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *