Im Gefängnis wurden die Frauen eine nach der anderen schwanger: Die Wärterinnen konnten sich nicht erklären, wie das in den geschlossenen Zellen möglich war, bis ein schreckliches Geheimnis ans Licht kam.

Anfang 2023 verwandelte sich das Leben im Frauengefängnis mit dem strengsten Regime in eine Reihe unerklärlicher Ereignisse. Block Z, ausschließlich für besonders gefährliche Gefangene vorgesehen, funktionierte als absolut geschlossenes System. Jede Gefangene hatte ihre eigene Zelle, wurde ausschließlich von Frauen beaufsichtigt, und der Zugang zu Männern war strengstens verboten. Jede Bewegung wurde kontrolliert, jede Minute protokolliert. Dennoch geschah etwas, das weder Vernunft noch Regeln erklären konnten.

Die erste Merkwürdigkeit zeigte sich unauffällig. Eine Gefangene fiel während ihrer Morgenrunde in Ohnmacht. Man hielt es für Erschöpfung oder eine Stressreaktion. Doch wenige Tage später geschah dasselbe einer anderen Frau. Und dann drei weiteren. Sie alle wiesen ähnliche Symptome auf: Ohnmacht, Übelkeit, Blutdruckschwankungen. In Isolation, ohne Kontakt zu jemandem, der sie hätte anstecken können. Und vor allem, ohne die Möglichkeit, sich in einer Situation wiederzufinden, die medizinische Tests schließlich bestätigten: Sie waren alle schwanger.

Das Gefängnispersonal war schockiert. Die Ärztin, die die Ergebnisse mitteilte, glaubte den Laborprotokollen zunächst selbst nicht. Die Zellen waren verschlossen, nur Frauen hatten Wachdienst, und die Bewegungen im Block wurden lückenlos überwacht. Keine Minute wurde nicht von einer Kamera aufgezeichnet. Kein Mann durfte den Bereich betreten. Es gab keinen einzigen Spalt, der Kontakt mit jemandem von außen ermöglicht hätte.

Die Leitung leitete umgehend eine interne Untersuchung ein. Schichtberichte, Aufzeichnungen über Personalbewegungen, Inspektionsprotokolle und Archivvideos wurden geprüft. Es wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Alles entsprach den ordnungsgemäß befolgten Vorschriften. Die Kameras waren nie ausgefallen. Niemand hatte sich den Zellen zu unpassenden Zeiten genähert. Jeder Schritt war nachvollziehbar.

Die Schwangerschaften standen dennoch außer Frage.

Die Gefangenen, die sich fast ein Jahr lang weder gesehen noch miteinander gesprochen hatten, gaben ihre Aussagen unisono ab. Keine zeigte Anzeichen von Panik oder Schock. Im Gegenteil, sie wirkten ruhig. Und ihre Antwort im Verhör verwirrte alle nur noch mehr: Sie wussten von ihrem Zustand. Und sie wollten die Kinder behalten. Als wäre es etwas Selbstverständliches, worauf sie sich vorbereitet hatten. Als wäre die Schwangerschaft völlig anders verlaufen, als irgendjemand hätte ahnen können.

Die Ermittler suchten nach jeder möglichen Erklärung. Sie zogen Schmuggelware, Hormonspritzen, sogar kollektive Halluzinationen in Betracht. Doch nichts davon entsprach der Realität. Bis einem der Ermittler – einem jungen, überaus peniblen Mann – Unstimmigkeiten in einem längst vergessenen Dokument auffielen. Er beantragte Einsicht in das Archiv des Gefängniskrankenhauses, genauer gesagt in die Aufzeichnungen der regelmäßigen medizinischen Untersuchungen der Gefangenen.

Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung. Die Daten stimmten, die Unterschriften waren korrekt, die Ergebnisse unauffällig. Doch als er die Unterschriften der Ärzte mit den Originalen in der Akte verglich, entdeckte er den ersten Riss in der scheinbaren Perfektion des Systems. Die Unterschrift einer Ärztin wich deutlich ab. Und nicht nur das – die Zeitangaben ihrer Ankunft und Abreise im Krankenhaus stimmten nicht mit dem elektronischen Anwesenheitssystem überein. Als hätte jemand ihre Anwesenheit über Monate hinweg systematisch vorgetäuscht.

Der Ermittler beschloss, noch einen Schritt weiter zu gehen. Er forderte die Aufnahmen der Überwachungskameras im Krankenflügel an. Erst dann kam die erste beunruhigende Erkenntnis. Die Aufnahmen zeigten wiederholt eine Person in einem Arztkittel, doch die Details fehlten. Die Kapuze, die Atemschutzmaske, die Handschuhe – alles verbarg die Identität. Aber da war noch etwas Interessantes: Diese Person kam zu Zeiten ins Krankenhaus, zu denen laut Aktenlage keine einzige Schicht anwesend sein sollte.

Als die Ermittler begannen, die Bewegungen der mysteriösen Person zu rekonstruieren, entdeckten sie eine noch erschreckendere Tatsache. Diese Person betrat regelmäßig die Isolierzellen – angeblich zu Gesundheitschecks. Und all diese Einträge waren von einem Arzt unterschrieben, der nichts davon wusste. Doch eines fehlte im Archiv: Keine dieser Handlungen war in der offiziellen Dokumentation vermerkt.

Wer also besuchte die Frauen in ihren Zellen? Und was genau tat er dort?

Als die Ermittler die Laborarchive genauer unter die Lupe nahmen, stießen sie auf eine Akte, die dort nicht hätte existieren dürfen. Sie war nicht im Hauptsystem erfasst. Sie trug keine Standardkennzeichnungen. Es war eine alte Pappakte, versteckt hinter einem Regal – ein Inhalt, den niemand in einem modernen Gefängnis vermuten würde.

Darin befanden sich die Ergebnisse experimenteller Verfahren, die nichts mit der Gefängnisbehandlung zu tun hatten: Seltsame Kombinationen genetischer Daten, Notizen zur künstlichen Befruchtung, unerlaubte Forschungsprotokolle. Und all das trug die Unterschrift eines Mannes – eines ehemaligen Mitarbeiters des Gefängniskrankenhauses, der laut Akten ein Jahr zuvor entlassen worden war.

Doch sein Gesicht tauchte weiterhin auf den Überwachungskameras auf, verborgen unter einer Kapuze.

In diesem Moment begann die Wahrheit ans Licht zu kommen, die den gesamten Z-Block und die höheren Instanzen erschütterte. Die Wahrheit, die die Schwangerschaften der Frauen erklärte – und gleichzeitig ihre isolierten Zellen in ein finsteres und illegales Experiment verwandelte, das niemals hätte ans Licht der Öffentlichkeit gelangen dürfen.

Das schreckliche Geheimnis hinter diesen Schwangerschaften veränderte alles.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *