Ich bin Deni, ich habe das Down-Syndrom und heute ist mein Geburtstag. Seht, wer mir geholfen hat und wo ich meinen Geburtstag gefeiert habe

Ich heiße Deni. Ich bin neunzehn Jahre alt, habe das Down-Syndrom und an den meisten Tagen fühle ich mich wie jeder andere Jugendliche. Aber heute war ein besonderer Tag. Es war mein Geburtstag, und obwohl ich manchmal das Gefühl habe, nicht ganz dazuzugehören, wurde dieser Tag zu einem der schönsten meines Lebens. Nicht, weil ich viele Geschenke bekam oder weil alles perfekt vorbereitet war, sondern wegen der Menschen, die an meiner Seite standen und mir gezeigt haben, was echte Freundschaft bedeutet.

Der Tag begann unspektakulär. Ich stand wie immer früh auf, zog mein Lieblingshemd an und hoffte insgeheim, dass jemand an meine Geburtstagskerze denkt. In unserer Familie ist es manchmal laut und hektisch, und obwohl mich alle lieben, vergesse ich oft zu sagen, wie wichtig mir kleine Gesten sind. Ich dachte, vielleicht wird es ein normaler Tag, vielleicht bemerkt es niemand. Doch ich irrte mich.

Als ich die Küchentür öffnete, stand dort meine Mutter, neben ihr mein Bruder und meine Schwester. Auf dem Tisch stand ein Kuchen, und obwohl er nicht perfekt aussah, war er genau das, was ich brauchte. Meine Mutter hatte ihn spätabends gebacken, obwohl sie müde war. Mein Bruder hatte eine Karte gebastelt, die ein wenig schief aussah, aber jeder Strich zeigte, dass er sich Mühe gegeben hatte. Und meine Schwester hatte eine große Überraschung organisiert, von der ich noch nichts wusste.

Nach dem Frühstück sagte sie: „Deni, zieh deine Jacke an. Wir gehen an einen Ort, den du liebst.“ Ich wusste sofort, wohin es ging. Seit Jahren besucht unsere Familie einen kleinen Hof am Stadtrand. Dort leben Tiere, und dort arbeite ich manchmal freiwillig, wenn ich darf. Es ist ein Ort, an dem ich nie das Gefühl habe, anders zu sein. Die Tiere kennen keine Vorurteile, sie merken nicht, was man kann oder nicht kann. Sie spüren nur, wie man sich fühlt.

Als wir dort ankamen, blieb ich wie erstarrt stehen. Vor mir standen nicht nur die Tiere und der Besitzer des Hofes, sondern auch ein paar Menschen, von denen ich es nie erwartet hätte. Mein ehemaliger Lehrer, der mir beigebracht hatte, an mich selbst zu glauben. Zwei Freunde aus meiner Kindheit, mit denen ich früher spielte, die aber seit Jahren nicht mehr da waren. Und sogar der Besitzer des kleinen Ladens an der Ecke, bei dem ich manchmal einkaufe, lächelte und hielt eine Schachtel in der Hand. „Für dich“, sagte er nur leise.

Ich war sprachlos. Es fühlte sich an, als hätte jemand die Welt für einen kurzen Moment angehalten. Nicht, damit ich im Mittelpunkt stehe, sondern damit ich begreife, dass ich nie allein bin, auch wenn es sich manchmal so anfühlt.

Wir feierten meinen Geburtstag im Hof, zwischen Strohballen und dem Geruch von frischem Gras. Die Sonne stand tief, der Wind wehte warm und ruhig. Wir grillten, lachten, erzählten Geschichten und schauten den Pferden zu, wie sie langsam über die Wiese liefen. Mein Lehrer erzählte, wie stolz er auf meinen Weg sei. Meine Freunde sagten, dass sie mich nie vergessen hätten. Und als ich die Schachtel öffnete, die der Ladenbesitzer gebracht hatte, sah ich ein kleines Holzpferd darin, handgeschnitzt, mit meinem Namen darunter. Ich drückte es fest an mich und musste tief einatmen, damit mir die Stimme nicht zitterte.

Später am Abend, als alle den Hof verlassen hatten, blieb ich allein zwischen den Tieren stehen. Ich dachte darüber nach, wie oft ich versucht hatte, stark zu wirken, obwohl ich mich schwach fühlte. Wie oft ich glaubte, nicht gesehen zu werden. Und genau an diesem Tag, an meinem Geburtstag, erlebte ich etwas, das ich niemals vergessen werde: Menschen, die mich nicht bemitleiden, sondern mich wertschätzen. Menschen, die nicht kommen, weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Menschen, die mir zeigen, dass Heimat nicht nur ein Ort ist, sondern ein Gefühl.

Ich habe das Down-Syndrom. Aber ich habe gelernt, dass das nicht bestimmt, wer ich bin. Ich bin Deni. Ich bin laut, manchmal schüchtern, manchmal stur, manchmal voller Begeisterung. Ich bin ein Mensch mit Träumen, mit Mut und mit einem Herzen, das manchmal zu groß ist. Und heute habe ich verstanden, dass dieses Herz auch anderen etwas bedeutet.

Mein Geburtstag endete leise. Keine großen Feuerwerke, keine Lichter, keine Musik. Nur der Himmel, der langsam dunkler wurde, und ich, der wusste, dass dieser Tag mehr war als eine Feier. Es war ein Versprechen. Ein Versprechen, dass ich weitergehe, weiter träume, weiter kämpfe. Denn ich bin nicht allein. Und das ist das größte Geschenk, das man mir hätte machen können.

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