Wir sind seit sechs Jahren verheiratet, und unser Leben hat sich in dieser Zeit oft verändert.

Wir sind umgezogen, haben die Jobs gewechselt, gelernt zu streiten und zu schweigen, und sind schließlich Eltern geworden. Unser Sohn ist jetzt vier Jahre alt, voller Energie, Fantasie und entwaffnender Ehrlichkeit. Er hat diesen besonderen Humor, der nicht erlernt, sondern ganz natürlich ist. Er lacht mit dem ganzen Körper und kann einen selbst dann noch zum Lachen bringen, wenn man total erschöpft ist.

Seit wir wissen, dass wir unser zweites Kind erwarten, hat sich sein Verhalten etwas verändert. Er ist aufmerksamer, fragt mich öfter, ob es mir gut geht, und erinnert mich mit unerwarteter Ernsthaftigkeit daran, dass ich mich hinsetzen und ausruhen sollte. Ich bin im siebten Monat schwanger, und mein Körper macht sich das jeden Tag bemerkbar. Mein Rücken schmerzt, ich kann langsamer laufen, und selbst das Aufstehen vom Sofa ist eine kleine Herausforderung.

Unser Sohn beobachtet das alles fasziniert. Jeden Abend versucht er, sich etwas auszudenken, um mich zum Lachen zu bringen. Manchmal erzählt er Unsinnsgeschichten, manchmal singt er Lieder, die er sich selbst ausgedacht hat. Und manchmal stellt er sich einfach vor mich und benimmt sich wie ein Erwachsener.

Gestern Abend saßen wir drei im Wohnzimmer. Der Fernseher war aus, das Licht gedimmt und draußen war es still. Ich saß müde nach einem langen Tag auf dem Sofa. Ich schnappte mir ein Kissen, steckte es mir unter das Shirt und stand mit einem leisen Seufzer auf. Ich beugte mich absichtlich nach vorn, stützte mich mit der Hand ab und begann langsam im Zimmer auf und ab zu gehen.

Unser Sohn beobachtete mich einen Moment lang. Dann stand er wortlos auf.

Er steckte sich ein kleines Kissen, das er griffbereit hatte, unter das Shirt, beugte sich noch stärker nach vorn als ich und ging im selben langsamen Tempo. Er ahmte jede Bewegung sorgfältig nach. Jede Pause, jeden Atemzug. Er stemmte sogar die Hand in die Hüfte, genau wie ich, wenn ich Rückenschmerzen habe.

Es war so treffend, dass ich laut auflachen musste. Mein Mann lachte noch lauter. Er lachte so heftig, dass er sich am Sofa festhalten musste, weil er dachte, er würde herunterfallen.

„Was machst du denn, Schatz?“, fragte er zwischen seinen Lachern. „Machst du Mama nach?“

Unser Sohn blieb mitten im Zimmer stehen. Langsam drehte er sich zu ihm um. Er nahm das Kissen vom Bauch, richtete sich auf und sah ihn mit einer Ernsthaftigkeit an, die man bei einem Vierjährigen selten sieht.

Es war still im Zimmer.

Dann sagte er mit ruhiger Stimme etwas, das mein Lachen sofort verstummen ließ.

Er sagte, er habe es getan, um zu wissen, wie es ist. Um zu verstehen, warum Mütter manchmal müde und erschöpft sind. Weil er, wenn das Baby da ist, ihr helfen will und nicht wütend sein möchte, wenn sie keine Energie zum Spielen hat.

Mein Mann hielt den Atem an. Wirklich. Er saß da, den Mund offen, die Augen voller Überraschung. Ich spürte, wie sich meine Kehle zuschnürte. Der kleine Junge, der manche Wörter noch nicht richtig aussprechen kann, hatte gerade etwas gesagt, was die meisten Erwachsenen nie sagen würden.

Dann fügte er noch einen Satz hinzu.

Er sagte, wenn Mamas Bauch schwer ist, ist er auch schwer. Und Familie bedeutet, nicht nur Freude, sondern auch Müdigkeit zu teilen.

In diesem Moment verstand ich, dass Kinder uns nicht nur zuhören, wenn wir reden. Sie beobachten uns ständig. Sie nehmen unsere Bewegungen, unsere Stimmungen, unser Schweigen und unsere Seufzer wahr. Und manchmal halten sie uns einen so klaren Spiegel vor, dass wir darin das Beste und Verantwortungsvollste sehen, was wir sein könnten.

An diesem Abend umarmten wir ihn beide lange. Und als er einschlief, sagte mein Mann leise, dass er nie erwartet hätte, dass sein eigener Sohn ihn sprachlos machen würde.

Und mir wurde klar, dass die wichtigsten Lektionen des Lebens manchmal in einem kleinen Körper stecken, mit einem Kissen unter einem T-Shirt und absolut ehrlichen Augen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *