An diesem Wintertag, als viele auf dem Heimweg zu ihren Lieben oder in Eile waren, herrschte ruhiges Verkehrsaufkommen, das Wetter war typisch für diese Jahreszeit, und nichts deutete auf ein ungewöhnliches Ereignis hin. Die Autos fuhren gleichmäßig durch den verschneiten Wald, die Menschen dachten an Geschenke, an die festliche Tafel, an die Wärme ihres Zuhauses. Und plötzlich änderte sich alles.
Zuerst ertönte ein seltsames, dumpfes, langes Geräusch, als wäre etwas Großes tief im Wald gestürzt. Die Fahrer wurden hellhörig, bremsten ab und sahen sich an. Wenige Sekunden später rannte das erste Reh auf die Autobahn. Zuerst waren es nur wenige – majestätisch, elegant, mit Geweihen, die im Scheinwerferlicht glänzten. Sie bewegten sich schnell, aber vorsichtig, als wollten sie die Straße prüfen.
Dann füllten Dutzende, Hunderte und bald Tausende von Rehen die Straße. Sie trieben sie in einem ununterbrochenen Strom aus dem Wald, ohne zurückzublicken, ohne anzuhalten, als ob sie von einer unsichtbaren, aber unaufhaltsamen Kraft getrieben würden. Die Autofahrer waren fassungslos: Die Wagen hielten an, einige stiegen aus, um besser sehen zu können, andere filmten die Szene mit ihren Handys und teilten die Aufnahmen in den sozialen Netzwerken. Alle versuchten zu begreifen, was da vor sich ging.
Viele empfanden gleichzeitig Angst und Staunen. Das Geräusch der Hufe, der Geruch von Wald und Schnee, Tausende von Tieren, die in eine Richtung rannten – es wirkte fast unwirklich. Manche lächelten und flüsterten, dies sei ein Weihnachtswunder, ein seltenes und wunderschönes Schauspiel, das man nur einmal im Leben erlebt. Selbst die erfahrensten Fahrer gaben zu, so etwas noch nie gesehen zu haben.

Doch die Freude und das Staunen währten nicht lange. Nach und nach wurde klar, dass die Rehe nicht einfach nur rannten. Ihr Lauf war organisiert, zielgerichtet. Man bemerkte eine Gestalt in roter Kleidung an der Spitze der Herde, die man zunächst übersehen hatte. Es war ein großer Mann in einem roten Mantel mit langem weißen Bart, der die Tiere zu dirigieren schien und darauf achtete, dass alle auf der Straße liefen und kein einziges Reh sich verirrte.
Die Autofahrer standen wie versteinert da. Es war kein zufälliges Wunder: Alles war so perfekt organisiert, dass jeder Zeuge Staunen und Freude empfand. Die Leute begannen zu applaudieren und zu winken, doch die Gestalt in Rot nickte nur und verschwand, als ob sie sich im Schneenebel auflöste, zusammen mit der Rehherde zurück in den Wald.
Die Autobahn blieb leer. Der verschneite Wald versank wieder in Stille, die Straßen waren frei, und die Autofahrer staunten. Niemand würde diesen Moment vergessen: Tausende von Rehen, die in eine Richtung rannten, und die geheimnisvolle Gestalt, die dieses Weihnachtswunder vollbracht hatte. Viele erzählten später Freunden und Familie, dass sie noch nie etwas Beeindruckenderes und Mystischeres gesehen hatten. Selbst die größten Skeptiker gaben zu, dass dieser Tag für sie ein wahres Weihnachtswunder geworden war und dass sie das Geschehene auf der verschneiten Autobahn nie vergessen würden.