Es war ein ganz gewöhnlicher Samstagmorgen. Ich stand gegen acht Uhr auf, kochte Kaffee und beschloss, ein einfaches Frühstück zuzubereiten. Am Tag zuvor hatte ich im Supermarkt eingekauft – unter anderem eine ganze Salami, die völlig normal aussah.
Alles schien in Ordnung zu sein. Die Verpackung war unbeschädigt, das Mindesthaltbarkeitsdatum war noch gültig, und auf den ersten Blick gab es keinerlei Anzeichen für einen Mangel.
Ich schnitt ein paar Scheiben ab, legte sie auf einen Teller und aß sie nacheinander auf. Dann beschloss ich, noch ein paar Scheiben abzuschneiden – diesmal etwas dickere Stücke.
In diesem Moment geschah etwas Seltsames.
Plötzlich stieß mein Messer auf einen harten Gegenstand. Zuerst dachte ich, ich wäre auf ein Stück Knorpel oder ein größeres Gewürzstück gestoßen. Doch das Geräusch, das beim nächsten Schnitt entstand, klang völlig anders.
Ich drehte die Salami um und schnitt vorsichtig weiter.
Plötzlich entdeckte ich ein kleines, schwarzes Teil, das definitiv nicht wie ein Lebensmittel aussah.
Ich hörte auf zu schneiden und begann, die Salami behutsam zu zerlegen. Als ich den Gegenstand herauszog, stand ich für einige Sekunden völlig sprachlos da.
Es war ein USB-Stick. Ein kleiner, schwarzer Datenträger, der fast vollständig in der Salami verborgen war.
Ich konnte mir absolut nicht erklären, wie er dorthin gekommen war. Nur wenige Minuten zuvor hatte ich noch genau von diesem Teil der Wurst gegessen. Der Gedanke daran, was sonst noch alles in meinem Essen hätte landen können, wurde mir ganz übel.
Ich rief sofort meine Frau herbei.
„Komm mal her. Das musst du dir ansehen.“
Als sie in die Küche kam und den Gegenstand auf dem Schneidebrett sah, lachte sie zunächst – sie hielt es für einen Scherz.
Doch dann bemerkte sie, wie ernst mir die Sache war.
„Ist das wirklich ein USB-Stick?“
Ich nickte.
Mein erster Gedanke war, dass bei der Herstellung jemand einen Fehler gemacht haben musste. Doch je länger ich das Gerät untersuchte, desto weniger ergab die ganze Situation einen Sinn.
Der USB-Stick sah nicht so aus, als wäre er versehentlich hineingeraten. Er war unversehrt, wies keinerlei sichtbare Schäden auf und schien sich bereits beim Verpacken des Produkts darin befunden zu haben.
Ich machte Fotos von der Salami, der Verpackung und dem Gegenstand, den ich gefunden hatte. Außerdem beschloss ich, den Rest des Produkts aufzubewahren und nichts mehr davon zu essen.
Dann fiel mir noch etwas Seltsames auf.
Auf dem Metallteil des USB-Sticks waren winzige Zeichen eingraviert. Sie sahen aus wie ein kurzer Code – vielleicht eine Seriennummer –, aber sicher war ich mir nicht.
Meine Frau drängte mich dazu, das Gerät an einen Computer anzuschließen, um zu sehen, was darauf gespeichert war. Ich wollte jedoch kein Risiko eingehen, indem ich ein unbekanntes USB-Gerät anschloss. Ich wusste weder, ob es sicher war, noch, wer es zuvor in der Hand gehabt haben könnte.
Ich beschloss, mich zunächst an das Geschäft zu wenden, in dem ich die Salami gekauft hatte.
Der Mitarbeiter des Kundendienstes war anfangs überzeugt, dass ich ihn nur auf den Arm nehmen wollte. Doch als ich ihm die Fotos schickte, bat er mich, sowohl das Produkt als auch den USB-Stick aufzubewahren und auf weitere Anweisungen zu warten.
Noch am selben Tag meldete sich der Filialleiter bei mir.

„So einen Fall hatten wir noch nie“, sagte er. „Wir müssen die Chargennummer ermitteln und diese Information an den Lieferanten weitergeben.“
Ich gab ihm alle erforderlichen Details.
Am nächsten Tag riefen sie mich erneut an. Sie wollten wissen, ob mir Schäden an der Verpackung oder ein ungewöhnlicher Geruch aufgefallen seien. Außerdem baten sie mich, das Produkt ohne vorherige Absprache an niemanden weiterzugeben.
In diesem Moment wurde mir klar, dass dies nicht einfach nur eine skurrile Geschichte war, die man bei einer Tasse Kaffee mit Freunden teilen könnte.
Ein elektronischer Fremdkörper war in die Salami gelangt. Und wenn dies während der Produktion oder Verpackung passiert war, könnten möglicherweise auch andere Produkte betroffen sein.
Natürlich habe ich den Rest der Salami nicht mehr gegessen. Ich legte den USB-Stick an einen sicheren Ort und wartete auf weitere Informationen des Händlers.
Bis heute weiß ich nicht, wem er gehörte oder wie er dort hineingeraten ist. Vielleicht handelte es sich um einen unglücklichen Herstellungsfehler – oder vielleicht um etwas weitaus Ungewöhnlicheres. Eines weiß ich jedoch mit Sicherheit: Seit jenem Morgen untersuche ich jedes Lebensmittel deutlich genauer.
Und falls Ihnen einmal Ähnliches widerfahren sollte: Versuchen Sie auf keinen Fall, ein unbekanntes USB-Gerät an Ihren eigenen Computer anzuschließen. Dokumentieren Sie stattdessen den Fund, bewahren Sie sowohl die Verpackung als auch das Produkt auf und setzen Sie sich mit dem Händler oder der zuständigen Aufsichtsbehörde in Verbindung.
Denn manchmal kann selbst ein ganz gewöhnliches Frühstück Fragen aufwerfen, auf die man völlig unvorbereitet ist.